Wer sich mit komplexer PTBS befasst, der stößt früher oder später auf Bücher, die dieses Thema behandeln. Sie können meiner Erfahrung nach sehr hilfreich sein, aber einen auch schnell überfordern. So ging es zumindest mir, als ich mir einen Artikel nach dem anderen durchgelesen, Bücher verschlungen und Inhalte analysiert habe. Das nahm nicht nur viel Zeit in Anspruch, sondern auch viel Energie. Deshalb würde ich mich darauf beschränken ein oder zwei gute Bücher, die mich wirklich ansprechen zu lesen und mich ansonsten nicht zu überfordern. Denn so groß der Wille auch sein mag das Ganze hinter sich zu lassen, stärker und selbstbewusster aus dem Ganzen herauszugehen, desto größer kann der Teufelskreis aus Selbstanalysen und vermeintlichen Unzulänglichkeiten werden. Deshalb würde ich hier auf alle Fälle auf Qualität statt auf Quantität setzen. Hier werden Bücher zusammengefasst, die es wert sind gelesen zu werden. Das sind Bücher, die wir auf Empfehlung von Gruppenmitgliedern oder Therapeuten in diese Liste mitaufnehmen.

1. Complex PTSD: From Surviving to Thriving: A GUIDE AND MAP FOR RECOVERING FROM CHILDHOOD TRAUMA / Posttraumatische Belastungsstörung – Vom Überleben zu neuem Leben: Ein praktischer Ratgeber zur Überwindung von Kindheitstraumata
Pete Walker

Das Buch von Pete Walker zur komplexen PTBS habe ich auf Englisch gelesen und es hat mir in vielerlei Hinsicht die Augen geöffnet. Pete Walker ist als spezialisierter Familien- und Paartherapeut auch selber von KPTBS betroffen, weshalb es ihm auf erstaunlich einfache Art und Weise gelingt die Thematik in Worte zu fassen. Dabei zählt er die häufigsten Trauma-Folgestörungen auf zu denen emotionale Flashbacks, toxische Scham, Selbstaufgabe, soziale Ängste und andere belastende Symptome gehören. Die wichtigsten Faktoren zu deren Überwindung sieht er in der Stärkung eigener Ressourcen zur Selbsthilfe und in gelingenden Beziehungen. Das können Beziehungen zu Freunden, Partnern, Lehrern, Therapeuten, Therapiegruppen oder beliebige Kombinationen daraus sein. Walker nennt das gemeinschaftliches Reparenting. Auf alle Fälle hat es sich für mich gelohnt die für mich relevanten Passagen aus dem Buch zu lesen und anzuwenden. Der Autor schreibt selbst, dass er es nicht als Notwendigkeit sieht als Betroffener das gesamte Buch zu lesen, wenn man sich nicht mit jeder Passage identifizieren kann. Diesen Ansatz finde ich sehr wichtig und hilfreich, denn so stärkt man auch das Verständnis für sich, seinen Erfahrungen und den Folgen seines Traumas.

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