Ziele - Symptome - Begleiterscheinungen

Alle Infos auf einen Blick

Gesprächs- und allgemeine Gruppenregeln

1. Um 18:00 Uhr beginnen die Gruppentreffen und um 18:05 wird gestartet. Währenddessen wird ein Moderator festgelegt. Die Treffen gehen bis maximal 19:30 Uhr.

2. Alle schalten immer ihre Kamera an.

3. Handzeichen nutzen, um was sagen zu können und vom Moderator aufgerufen zu werden. Wer seinen Beitrag beendet, signalisiert das mit einem “Danke” oder “Bin fertig” usw. Handzeichen werden nicht weggedrückt oder anderweitig unterdrückt.

4. Wer das Wort ergreift wird durch andere nicht unterbrochen. AUßER es handelt sich um Störungen.

5. Störungen haben immer Vorrang. Wer besonders emotional, kritisch oder anderweitig betroffen auf bestimmte Themen reagiert, sollte dies der Gruppe gleich mitteilen.

6. Jedes Mitglied spricht von sich, wenn er oder sie erzählt. Die “Ich”- Form sollte immer die bevorzugte Form sein. Verallgemeinerungen und Gruppenbezogene Beschreibungen wie “Wir haben ja alle diese und jene Eigenschaften” sollten nicht verwendet werden.

7. Wir bewerten nicht die Gefühle und Empfindungen der anderen und werten vor allem Gefühle nicht als “richtig” oder “falsch” auf oder ab.

8. Der Chat wird nicht nebenher genutzt. Nur für den technischen Support und Mitteilungen, falls jemand technische Probleme hat. Ausnahmen: Beim ausdrücklichen Wunsch der Gruppe einen Link zu erhalten.

9. Alles was in der Gruppe besprochen wird, ist vertraulich und verlässt nicht den Gruppenrahmen bzw. werden nicht an Dritte weitergetragen. Alle Inhalte, die geteilt werden bleiben innerhalb der Gruppe. Außer es sind frei verfügbare Inhalte.

10. Die KPTBS Gruppe München ist kein Therapieersatz und die Verantwortung für sein Handeln trägt jedes Gruppenmitglied selbst.

11. Beleidigungen, Diskriminierung und derartige Äußerungen sind kein Teil unseres Gruppenrahmens.

12. Die Teilnahme an der Gruppe unter Alkohol- oder Drogeneinfluss ist ausgeschlossen.

13. Es ist der Gruppe nicht möglich die Verantwortung für Teilnehmer in einer akuten Krise zu tragen. Hierfür müssen sich Betroffene an Ärzte usw. wenden.

Trigger Themen

Diese Themen können mit einem Hinweis angesprochen werden, außer es äußert sich jemand dazu, dass es für ihn oder sie generell oder im Moment nicht in Frage kommt.

Zu diesen Themen gehören:

Suizid

Selbstverletzung

Traumatisierende Situationen und Schilderungen von Traumata

Die Ziele unserer Treffen und Veranstaltungen

Mehr Sichtbarkeit für Menschen mit komplexer PTBS und Aufklärung über das psychische Krankheitsbild. Eine komplexe PTBS ist meist eine Belastungs- aber keine Persönlichkeitsstörung.

Sie stellt eine besonders schwere Form der posttraumatischen Belastungsstörung dar. Oft entsteht sie nach mehrfach aufgetretener seelischer, körperlicher und sexualisierter Gewalt, häufig über mehrere Jahre in der Kindheit beginnend, aber auch nach anhaltenden traumatischen Erlebnissen im Erwachsenenalter – wie z. B. Folter, Kriegserlebnissen oder Geiselnahmen.

Betroffene haben die meist in ihrer Kindheit aufgetretenen und außerhalb der Normalerfahrung liegenden Erlebnissen als extreme Lebensbedrohung wahrgenommen.

Diese unverarbeiteten Traumata behindern die Entwicklung und Betroffene erinnern sich nicht vollständig an die Geschehnisse der Traumatisierung. Entwicklungsaufgaben können somit meist auch im Erwachsenenalter nicht verarbeitet werden.

Zu den Symptomen der posttraumatischen Belastungsstörung gehört der sogenannte Erinnerungsdruck. Traumatischen Erinnerungen oder Nachhallerinnerungen (Flashbacks) drängen sich auf und sorgen immer wieder für eine neue Belastung. Die Person empfindet wieder dasselbe wie zum Zeitpunkt der Traumatisierung. Dazu gehören Albträume, auftauchende Bilder oder auch Körpersensationen.

Eine weitere Symptomgruppe ist die chronische Übererregungssymptomatik, die sich in Schlafstörungen, erhöhter Reizbarkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, übermäßiger Wachsamkeit und Schreckhaftigkeit äußert.

Die Symptomgruppe der emotionalen Taubheit und Vermeidung führt zu allgemeinem Rückzug, Interessenverlust und innerer Teilnahmslosigkeit. In der Folge werden Umstände, die der Belastung ähneln oder mit ihr im Zusammenhang stehen, versucht zu umgehen. Die Betroffenen vermeiden außerdem Gedanken, Gefühle, Tätigkeiten und Situationen, die sie an das Trauma erinnern. Es kommt zu Entfremdungsgefühlen, Hoffnungslosigkeit und einem eingeschränkten Gefühlsspielraum.

Weitere Symptome sind reduzierte zwischenmenschliche Vertrauensfähigkeit, insbesondere nach interpersonellen also vorsätzlich von einem oder mehreren anderen Menschen verursachten Traumatisierungen.

Zudem werden aus Scham- und Schuldgefühlen sowie (unbewusster) Vermeidung Symptome nicht im Zusammenhang mit zurückliegenden Traumatisierungen genannt,

Es kommt zu Schwierigkeiten, sich als hilfsbedürftig zu definieren; Anspruch, das Trauma aus eigener Kraft zu bewältigen.

Nur ein Teil der Beschwerden wird geschildert, da einzelne Aspekte nicht bewusst sind (z.B. bei dissoziativen Symptomen).

Begleiterscheinungen der komplexen Belastungsstörung

Dissoziationen sind ein natürlicher Schutzmechanismus in traumatischen Situationen. Diese führen zu Abwesenheitszuständen und auch zu Erinnerungslücken. Auch Körperfunktionen werden gestört, sodass es gehäuft zu Autoimmunerkrankungen oder auch Atemwegserkrankungen kommen kann. Die komplexe posttraumatische Belastungsstörung ist fast immer mit anderen Störungsbildern vergesellschaftet wie z. B. Essstörungen, Suchtstörungen, dissoziativen Störungen, Angststörungen, Schmerzstörungen oder auch einer Borderline-Persönlichkeitsstörung.

Komplex traumatisierte Menschen zeigen eine gestörte Affekt- und Impulsregulation, sodass sie ihre Gefühle nur schwer regulieren können. Dadurch können in zwischenmenschlichen Interaktionen leicht Ärger und Zorn, aber auch selbstzerstörerische Impulse ausgelöst werden. Des Weiteren treten dissoziative Störungen auf, die sich in Aufmerksamkeitsstörungen, Bewusstseinstrübungen, Amnesien und Depersonalisationserleben manifestieren. So entstehen sowohl ein beeinträchtigtes Identitätsgefühl mit der Überzeugung, ein irreparabel beschädigtes Leben zu führen und für das Scheitern selbst verantwortlich zu sein, als aus permanente Schuld- und Schamgefühle.

Darüber hinaus können interpersonelle Störungen in Form einer gestörten Wahrnehmung des Täters auftreten, die bis zu dessen Idealisierung gehen oder andererseits in eine exzessive Beschäftigung mit Rachefantasien münden kann.

All diese Begleiterscheinungen machen es komplex traumatisierten Menschen nahezu unmöglich, gleichberechtigte Beziehungen eingehen. Zusammen mit einem exzessiven Risikoverhalten laufen sie deshalb Gefahr, erneut Opfer von Gewalt zu werden (Reviktimisierung). Nicht zuletzt entsteht ein allgemeiner Sinnverlust mit Gefühlen von Verzweiflung und dem Verlust früherer Werte, dem Verlust von Hoffnungen und stabilisierenden Überzeugungen.

Quellen:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/155-001l_S3_Posttraumatische_Belastungsstoerung_2020-02_1.pdf

https://icd.who.int/browse11/l-m/en#/http://id.who.int/icd/entity/585833559

https://psychiatrie.tirol-kliniken.at/data.cfm?vpath=kinder–u-jugendpsychiatrie/pdf-dateien/dr-m-schmid-vortrag-kongress-2017

https://www.klinik-waldschloesschen.de/behandlung/stoerungsbilder/komplexe-posttraumatische-belastungsstoerung/